Geschichte
                                    
Früheste Besiedlung
                                          
Im Gasteiner  Museum befinden sich Steinbeile aus der jüngeren Steinzeit  (4000 bis 2000 v. Chr.). Damals waren die Flachlandgebiete mit milderem Klima bewohnt  und die Steinbeile dürften von Jägern stammen, die ins Gebirge vorgedrungen sind.
                                                       
Zur Römerzeit war das Gasteinertal nicht besiedelt, es führten jedoch Handelswege über den Tauernhauptkamm durch das Tal und Reste dieser "Römerstraßen"“ kann man heute noch am Korntauern und am Hagener Tauern sehen. Aber nicht nur im Bereich dieser Handelswege, sondern auch im direkten Bereich der Thermalquellen wurden Funde aus der Römerzeit gemacht. Ein Münzfund und eine römische Schreibgriffel beweisen, dass bereits die Römer die Thermen entdeckt haben.
                                               
Um 700 n. Chr. haben sich die ersten Siedler in Gastein niedergelassen. Die bajuvarischen Grafen „Aribonen“ waren Besitzer Gasteins und Großarls. Bis ins 14. Jahrhundert waren es vor allem Schwaighöfe, also reine Viehwirtschaft mit abgegrenzten Weideflächen. Bergbauern im Bereich Planitzen,  Schneeberg und Anger sind schon vor 1200 nachweisbar und als bayrische Siedlungsfomen erhalten geblieben.
                            
                                             
Entstehung des Wildbades
                                                           
Die Thermen sollen der Sage nach um 680 von zwei Mönchen entdeckt worden sein. Eine Kirche in Bad Gastein, so überliefert die „Gasteinerische Chronik“, soll bereits 696 entstanden sein, urkundlich nachweisbar ist ein Kirchenbau jedoch erst ab 1333. Die Hofgasteiner Kirche dürfte knapp vor 900 erbaut worden sein.  Die Nikolauskirche in Bad Gastein entstand 1389. Dieses frühgotische Baujuwel ist somit das älteste erhaltene Gebäude im Tal.
                                                                                   
Früher bestand nur ein Bauernbad im Bereich des Quellparkes, wo die Bevölkerung des Tales in der Freizeit das warme Wasser nutzte. Hier lebten, der Sage nach, zwei Mönche, die den katholischen Glauben verbreiten wollten. Sie badeten die Wunde eines waidwunden Hirsches mit dem Wasser und die Gesundung des Tieres führte zur Entdeckung der Gasteiner Thermalquellen. Wohl um die Jahrtausendwende dürften die ersten Badegäste angereist sein. Um 1230, also vor über 750 Jahren, entstand ein Minnelied von Neidhart von Reuenthal, in dem erstmals urkundlich nachweisbar das Bad erwähnt wird. Allmählich entstanden rund um die Kirche hölzerne Tafernen, in denen die Badegäste wohnten.
                                                                                          
Die örtliche Unterscheidung der Ortschaften im Gasteinertal waren das Dorf, der Hof und das Bad in Gastein. Fremde dürften dann den Namen „Wildbad“ für den kleine Badeort geprägt haben. Als erster berühmter Kurgast gilt Kaiser Friedrich III., der 1436 das Bad besuchte, es folgten Paracelsus (der 1515 die besondere Heilwirkung lobt), Grafen und Fürsten aus den umliegenden Ländern und viele hohe Gäste. Um 1500 gab es 6 Gastbetriebe, 1509 entstand die Taferne am Mittereck, der Vorgängerbau des heutigen Hotel Straubingers.
                                     
                                                
Bergbau, Entstehung von Altböckstein
                                                 
Der Goldbergbau in Gastein geht schon auf die Zeit der Taurisker zurück. Bereits 1342 erließ der Landesherr eine Bergwerksordnung,  die letzte Blütezeit war aber das letzte Drittel des 15. Jahrhunderts. Bäuerliche und bürgerliche Klein- und Mittelgewerken arbeiteten im Bereich Radhausberg, Hieronymushaus, Naßfeld, Pochkarsee und Angertal. Im Jahresdurchschnitt wurden zeitweilig 650 kg Gold und 2000 bis 2500 kg Silber geonnen. Das gesamte Erz mußte dem Landesherren, dem Salzburger Erzbischof abgeliefert werden und der dafür eingesetzte Wechsler bezahlte den festgesetzten Kurs an die Gewerken.
                                                       
1547 errichteten über 50 Gewerken die Lendner Schmelzhütte. Die Weitmoser wurden zu den reichsten Gewerken und zählten zu den wohlhabendsten Bürgern des Landes, aber auch sie konnten den wirtschaftlichen Abstieg nicht aufhalten. 1616 wurde der Bergbau vom Salzburger Landesherren übernommen.
                                                        
Der Salzburger Erzbischof ließ 1741 bis 1783 eine völlig neue Aufbereitungsanlage errichten. Diese Knappensiedlung  „Altböckstein“ wurde durch die 1764/65 erbaute Böcksteiner Wallfahrtskirche vervollständigt. 1782 verlegte Erzbischof Hieronymus Colloredo den Sitz der Bergverwaltung nach Böckstein. Heute ist dieses denkmalgeschützte Ensemble ein Bergbaumuseum.
                                                                 
1791 bis 1794 entstand unter Colloredo das Badeschloss in Bad Gastein.
1803 geht die Regierungszeit der Erzbischöfe zu Ende, Salzburg wird Kurfürstentum unter Erzherzog Ferdinand von Toskana, der großes Interesse am Bergbau hat und die erste Standseilbahn auf den Radhausberg errichtet.
                           
                                 
Kaiserzeit
                              
Nachdem Salzburg seine Freiheit verliert und 1809/10 unter französischer und dann unter bayerischer Verwaltung steht wird das Land endgültig am 1. Mai 1816 österreichisch.
                                                             
1822 kam erstmals Erzherzog Johann nach Gastein und baut 1826 - 1828 die Villa Meran. 1845 kommt erstmals Kaiser Franz Joseph I., seine Gemahlin Kaiserin Elisabeth besucht mehrmals das Bad und der Deutsche Kaiser Wilhelm I. kommt erstmals 1863 und dann bis 1887 jedes Jahr - außer 1866 -. Die Zeit der Kaiserbersuche war ein riesiger Aufschwung für den Ort, der sich nun vom Wildbad zum Weltbad veränderte. Die alten Holztafernen verschwinden und Steinbauten entstehen. 1866 - 1876 entsteht die neugotische Katholische Kirche und um diese Zeit auch die Evangelische Kirche. Die Hotels vom Straubingerplatz bis zur Pfarrkirche sind Bauten aus dieser Kaiserzeit.
                                                             
Neben den Kaiserbesuchen gab es unzählige gekrönte Häupter, Staatsmänner und Künstler, die Bad Gastein besuchten: der Zar von Rußland, Bismarck, Chrustschow, der Schah von Persien, Leopold von Belgien, Carol von Rumänien, Toscanini, Franz Schubert, Thomas Mann und Grillparzer, um nur einige Namen aus den Gästebüchern zu nennen.
                                   
                                            
Bahnbau und Bergbau
                                                
Von 1901 bis 1909 entsteht die Tauernbahn. Bis zu 4.000 Arbeiter, bei der Errichtung des 8,5 km langen Tauerntunnels und der Südrampe sogar bis zu 5.000, sind dabei beschäftigt. Ing. Carl Wurmb, der Bauleiter, dankt nach Differenzen 1907 ab. Nach der Eröffnung der Tauernbahn am 5. Juli 1909 erfolgt neuerlich ein großer Aufschwung in Gastein. Um dem Gästeansturm gerecht zu werden, entstehen eine Reihe Großhotels wie z.B. das Grand Hotel de l´Europe oder Der Kaiserhof.
                                                              
Der Bergbau wird mittlerweile von zwei privaten Gewerkschaften Radhausberg geführt. Der durch den Bahnbau hierhergekommene Dipl. Ing. Imhof bemüht sich sehr darum und schlägt u.a. 1911 einen Stollen nach Kolm Saigurn  (Talschluss des Raurisertales) an, der immerhin erst 1946 durchgeschlagen wird. Als letzter Bergbaustollen wird zu Beginn des 2. Weltkrieges der Paselstollen angeschlagen, der nach der Einstellung des Goldbergbaues 1951 zum Heilstollen ausgebaut wird. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von 95°, die Überwärmung von 37,5 - 40,5° C und eine milde Massage der Zellen durch das Edelgas Radon tragen hier zu wesentlichen Kurerfolgen bei. Ein eigenes Ärzteteam steht zur Verfügung und ein Stollenzug bringt die Gäste 2,5 km ins Berginnere. Die Schürfrechte besitzt nach wie vor die Gewerkschaft Radhausberg in Böckstein.
                                 
                                          
Fremdenverkehr
                                     
1936 wird anläßlich der 500 Jahr - Feier Bad Gasteins das Forschungsinstitut und das Gasteiner Museum gegründet. Die letzten Großbauten waren 1968 das Felsenbad, 1970-1974 das Kongresshaus, 1983 die Adaptierung des Thermalkurhauses Bad Gastein und 2004 der Umbau des Felsenbades.
                                               
Entstand schon 1947 (!) ein Sessellift auf den Graukogel, so führte die 1950/51 errichtete Stubnerkogel - Gondelbahn und die 1958 durchgeführte Ski- .Weltmeisterschaft endgültig zum Durchbruch als Wintersportort. 1970 bis 1972 wurde die Gasteiner Alpenstraße gebaut und mit Sport Gastein entstand ein neues und schneesicheres Wintersportgebiet.
                                  
Gastein heute
                                    
Große Hotelprojekte werden 1990 bis 1999 mit den Um- bzw. Neubauten mehrerer Großhotels verwirklicht: Bellevue, Germania, Kaiserhof, Salzburgerhof entstehen in neuem Glanz.
                                                      
Bad Gastein hat heute 7.510 Gästebetten. Seinen Ruf als internationalen Kurort verdankt der Ort den einzigartigen Radon - Thermalquellen. Ihr Wasser ist rund fünfhundert Jahre alt und pro Tag strömen aus den 18 Quellstollen 5 Millionen Liter Thermalwasser mit einer Temperatur von 44 - 47° C. Eine Besonderheit ist  auch, dass das Heilwasser in alle größeren Hotels und Kurhäuser eingeleitet wird. Vor allem werden den Kurgästen Wannenbäder verabreicht, Thermalunterwassertherapie, Thermalwassermoorpackungen und Mundduschen bereichern das Kurangebot ebenso wie der Gasteiner Heilstollen und das Thermal Dunstbad Bad Gastein.